[Archiv] „Warum keine Überführung?“ – Leserbrief zur Rheinuferstraßenquerung

Nach meinem zweiten Bürgerbrief an Politik und Verwaltung habe ich am 10.11.2010 folgenden Leserbrief – ich meine an Kölner Stadt-Anzeiger UND Kölnische Rundschau – zur Berichterstattung Anfang des Monats geschrieben.

 

Eine Frage, die sich mir bei dieser Kontroverse (und ständig, wenn ich die Südbrücke durchfahre) immer wieder aufdrängt, ist die, warum man sich nicht (oder nicht mehr?) mit einer Überführungslösung (bzw. „Stelzenlösung“, wie am 04.05.2009 bei http://www.kein-kahlschag.de vorgeschlagen, allerdings zweispurig und ohne Absenkung der Rheinuferstraße) beschäftigt?
Was die Querungskurve dieser Überführung betrifft, könnte man sicherlich bei der bisherigen Planung bleiben.
Ich weiß zwar nichts über Kosten eines solchen (kleineren) Brückenbaus, sehe aber besonders gegenüber der ebenerdigen Kreuzung des Gustav-Heinemann-Ufers zwei klare Vorteile:
1. Keine Störung des Individualverkehrs.
2. Absolute Flexibilität bei der Taktung.
Vor dem Hintergrund, dass die Bahnen (aus beiden Richtungen) zum einen die Rheinuferstraße planmäßig in den meisten Fällen nicht gleichzeitig queren werden und zum anderen der neue Fahrplan eine engere Taktung vorsieht, werden bei einer ebenerdigen Kreuzung die Autos nicht alle vielleicht fünf, sondern eher alle zwei Minuten von den querenden Bahnen aufgehalten; ob an einer Schranke oder einer Ampel (BÜSTRA sowie VS), macht dabei keinen Unterschied.

In Bezug auf die Kosten kann ich aber folgendes sagen:
Anfang dieses Jahres war in Stadt-Anzeiger und Rundschau (bei beiden online) zu lesen, dass bei der Realisierung eines verlängerten Bahntunnels eine Verlegung (Stadt-Anzeiger) – konkreter ein Neubau (Rundschau) – der Haltestelle (HST) Schönhauser Str. notwendig wäre.
Hat die KVB AG diese HST nicht letztes Jahr erst erneuert? Und nächstes Jahr wollen wir die Haltestelle verlegen… – Das ist einfach nur (Entschuldigung) lächerlich!
Zudem will man nun diese Kontroverse, die ja auch aufgrund der Kostenfrage so lange andauert, mit einer Verlängerung der Ringe-Linie 15 mit Niederflurwagen, für die man vier HSTn anbauen müsste (die Barrierefreiheit der Rheinuferbahn muss ja auch gewährleistet bleiben), beschließen. Das ist doch schlichtweg absurd und realitätsfern.

Eine Finanzierung seitens der Stadt würde ich (als Stadt) auch nur zusagen, wenn der Rat sagt „Wir genehmigen das (Teil-) Projekt für X Mio. Euro (Betrag aller zu erwartenden Kosten!) – mehr Geld gibt es nicht!“ (wie es eigentlich auch übliche Praxis sein sollte).

Wir sollten aber auch nicht nur die Faktoren ›Verkehr‹ und ›Kosten‹, sondern müssen auch und besonders den Faktor ›Städtebau‹ berücksichtigen. Dazu nur folgende zwei Fragen:
1. Was sagen die Anwohner (speziell die am Gustav-Heinemann-Ufer und die im Rheinauhafen/Südkai ansässigen Unternehmen), welche Variante – allein aus städtebaulicher Sicht – sie bevorzugen?
2. Und was empfiehlt „unser“ Stadtplaner Albert Speer bzw. was sieht der Masterplan vor?

In Anbetracht der Tatsache, dass anscheinend niemand von den Entscheidungsträgern von seiner jeweils bevorzugten »Lösung«, besser: von seinem persönlichen Standpunkt abrücken möchte, sowie der drohenden Eskalation nach „S21“-Vorbild, schlage ich vor, noch mal ein Planverfahren o. Ä. mit allen möglichen Lösungen (also Überführung/Stelzen, Unterführung/Trog, Tunnel etc.) einzuleiten.
Aufgrund der „Zerfahrenheit“ der Diskussion halte ich dies für zielführender als irgendwelche halbherzigen Schnellschuss-Entscheidungen.

Zumal wir hier Gefahr laufen, unsere schöne Stadt zu verbauen – und somit auch unattraktiver für Steuerzahler jeder Art zu machen. Es drohen sogar einige Bürger wieder abzuwandern, was unseren Status als Millionenstadt gefährdet!

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